Declan Ryan kopiert die Idee seines Vaters

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. April 2011 Was von Irland aus funktioniert, soll auch in Kolumbien erfolgreich sein. Declan Ryan, der Sohn des im Jahr 2007 verstorbenen Ryanair-Gründers Tony Ryan, beteiligt sich an einer neuen Billigfluggesellschaft in dem südamerikanischen Land.

Von 2012 an soll Viva Colombia von der Hauptstadt Bogotá aus nach Medellín, Cali, Cartagena, Barranquilla und Bucarmanga fliegen. Dafür schafft das Unternehmen zunächst drei Flugzeuge an. Noch im ersten Jahr soll die Flotte auf fünf Maschinen ausgebaut werden. Ryan, der auch mit dem Vorstandsvorsitzenden von Ryanair, Michael O’Leary, befreundet ist, übernimmt 25 Prozent an der Gesellschaft. Die übrigen Anteile halten ein Verkehrsunternehmen aus Mexiko, eine Bankengruppe und mehrere Luftfahrtmanager.

Vieles am Konzept von Viva Colombia klingt wie eine Kopie der Strategie der irischen Gesellschaft Ryanair. Nach Berichten kolumbianischer Medien will das Unternehmen seine Wartungskosten gering halten, indem nur Flugzeuge eines Typs beschafft werden. Als wahrscheinlich gilt, dass die Gesellschaft wie das irische Vorbild auf Boeing-737-Flugzeuge setzt. Zudem sollen die Maschinen mit Sitzen in nur einer Klasse bestuhlt sein. Auch bei der Kalkulation der Ticketpreise hält sich Ryan eng an die Vorlage der von seinem Vater gegründeten Gesellschaft. In seiner Wortwahl gibt er sich ebenso angriffslustig wie Ryanair-Chef O’Leary.

In Lateinamerika gebe es mit LAN, Avianca und Copa bereits sehr gute Fluggesellschaften. “Aber keine von ihnen ist kostengünstig”, sagte Ryan im Gespräch mit der in Bogotá erscheinenden Zeitung “El Tiempo”. Dieser Satz ist als Kampfansage an die chilenische Gesellschaft LAN zu verstehen, die den ebenfalls als Billigfluggesellschaft ausgerichteten Anbieter Aires gekauft hat. Ryan will sie offenbar mit Niedrigpreisen attackieren. Handgepäck sollen Passagiere von Viva Colombia kostenlos mitnehmen dürfen, für Koffer will er sie extra zur Kasse bitten.

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